Branche: Defense & Sicherheitstechnik

Forschungszulage für Defense & Sicherheitstechnik

Die Forschungszulage ist technologieoffen – wehrtechnische und sicherheitstechnische FuE sind grundsätzlich förderfähig. Maßgeblich sind die allgemeinen Kriterien (Neuartigkeit, Risiko, Planmäßigkeit) sowie die Regeln für IKT und Maschinenbau. Qualifizierungs-, Zertifizierungs- und Zulassungsarbeiten fallen dagegen heraus.

Forschungszulage für Defense & Sicherheitstechnik

Einordnung

Der BSFZ-Prüfleitfaden enthält kein eigenes Kapitel zu Defense/Sicherheitstechnik. Vorhaben werden daher anhand der allgemeinen FuE-Kriterien und der einschlägigen Branchenkapitel (v. a. Maschinenbau, S. 16, und IKT, S. 15) bewertet.

Welche FuE-Tätigkeiten in Defense & Sicherheitstechnik sind förderfähig?

  • Prototypenentwicklung in frühen Projektphasen zur Untersuchung neuer Produkte oder neuartiger Anlagen mit technischer Unsicherheit
  • Sondermaschinen und Unikate für spezielle Anwendungen – bewertet nach denselben Kriterien wie im Maschinenbau
  • Neue Algorithmen, Sensorfusion und Detektionslogik (nach den IKT-Kriterien), sofern echtes technisches Risiko besteht
  • Neuentwicklung von Werkstoffen, Konstruktionen oder Verfahren mit offenem, technisch unsicherem Ausgang

Typische nicht förderfähige Tätigkeiten & Ablehnungsgründe

Genau hier scheitern viele Erstanträge. Diese Punkte stammen aus dem BSFZ-Prüfleitfaden:

  • Einsatz bestehender Methoden zur Datensicherheit sowie Zertifizierung bestehender Produkte (IKT-Ausschluss)
  • Versuche zur Datengenerierung, die ausschließlich Zulassungs-, Normierungs- oder Zertifizierungsverfahren dienen
  • Qualifizierungs- und Zertifizierungstätigkeiten sowie reine Normbefolgung (Normung/Standardisierung)
  • Tätigkeiten nach dem Testbetrieb und der finalen Evaluierung eines Prototyps
  • Installation und Inbetriebnahme nach Herstelleranleitung ohne echte Modifikation

Forschungssprache statt Entwicklungssprache

Die BSFZ prüft nach wissenschaftlichen Kriterien. Ein Beispiel aus Defense & Sicherheitstechnik:

Entwicklungssprache

„Wir haben ein robusteres Gehäuse gebaut.“

Forschungssprache

„Ob ein neuartiger Werkstoff- und Konstruktionsansatz die geforderte Signatur- bzw. Störfestigkeit unter definierten Belastungsprofilen erreicht – mit offenem Ausgang und dokumentierten Gütekriterien.“

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Häufige Fragen: Forschungszulage für Defense & Sicherheitstechnik

Ist wehrtechnische Forschung und Entwicklung förderfähig?

Ja. Die Forschungszulage ist technologieoffen und branchenunabhängig. Defense- und Sicherheitstechnik-Vorhaben sind förderfähig, wenn sie die allgemeinen Kriterien Neuartigkeit, technisches Risiko und Planmäßigkeit erfüllen.

Es gibt kein eigenes Prüfleitfaden-Kapitel – worauf kommt es an?

Die Bewertung erfolgt über die allgemeinen FuE-Kriterien plus die Regeln für Maschinenbau und IKT. Das macht eine saubere, wissenschaftlich-technische Darstellung des Vorhabens besonders wichtig.

Wie gehe ich mit Geheimhaltung und Exportkontrolle um?

Die Antragsinhalte lassen sich so formulieren, dass die FuE-Kriterien nachweisbar sind, ohne geheimhaltungsbedürftige Details offenzulegen. Geheimhaltung und Exportkontrolle sollten von Beginn an mitgedacht werden.

Reicht es, dass unsere Maschine einmalig ist?

Nein. Dass ein Sondersystem so noch nie gebaut wurde, ist laut Prüfleitfaden per se nicht ausreichend. Der Prototyp wird nach denselben Kriterien bewertet wie jede andere Entwicklung.

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