Branche: Maschinenbau & Ingenieurbüros

Forschungszulage für Maschinenbau & Ingenieurbüros

Im Maschinenbau endet die förderfähige Forschung mit dem Test des Prototyps. Förderfähig sind prototypengestützte Entwicklung, Sondermaschinen mit echter technischer Unsicherheit und Konstruktionsarbeiten zu Projektbeginn – Inbetriebnahme, Serienhochlauf und Wartung sind es nicht. Wir grenzen Forschung und Routine sauber ab.

Forschungszulage für Maschinenbau & Ingenieurbüros

Einordnung

Der Prüfleitfaden (Kap. 2.4.2, S. 16) beschreibt den Maschinenbau als stark spezialisiert, mit wachsender Überschneidung zur IKT (Automatisierung, KI, Predictive Maintenance). Prototypen werden oft schon in frühen Phasen genutzt, um Aspekte des Produkts oder einer neuartigen Anlage zu untersuchen.

Welche FuE-Tätigkeiten in Maschinenbau & Ingenieurbüros sind förderfähig?

  • Prototypengestützte Entwicklung und Untersuchung eines neuen Produkts oder einer neuartigen Produktionsanlage in frühen Phasen
  • Entwicklung von Sondermaschinen, bei denen eine echte wissenschaftlich-technische Unsicherheit aufzulösen ist
  • Neuentwicklung, Anpassung oder technische Weiterentwicklung von Produkten, Linien oder Prozessen mit technischem Risiko – auch mit Normbezug, sofern über bloße Normbefolgung hinaus
  • Konstruktions- und Designarbeiten zu Projektbeginn zur Spezifikation neuer Produkte oder Verfahren
  • Bau von Prototypen und Pilotlinien zur Validierung technologischer Grundlagen

Typische nicht förderfähige Tätigkeiten & Ablehnungsgründe

Genau hier scheitern viele Erstanträge. Diese Punkte stammen aus dem BSFZ-Prüfleitfaden:

  • Tätigkeiten nach dem Testbetrieb und der finalen Evaluierung eines Prototyps
  • Ein bekanntes oder zugekauftes System bzw. Betriebsmittel lediglich zum reibungslosen Funktionieren bringen
  • Installation und Inbetriebnahme von Maschinen nach Herstelleranleitung ohne Modifikation an spezifische Betriebsbedingungen
  • Zertifizierung bestehender Maschinen oder Ausrüstungen
  • Einführung/Konfiguration marktgängiger Steuerungs-Software oder -Hardware
  • Routinearbeiten: Wartung, Reparatur, Standardprüfungen; Nullserie, Serialisierung und Serienhochlauf

Forschungssprache statt Entwicklungssprache

Die BSFZ prüft nach wissenschaftlichen Kriterien. Ein Beispiel aus Maschinenbau & Ingenieurbüros:

Entwicklungssprache

„Die neue Maschine lief nach ein paar Anläufen.“

Forschungssprache

„Ob ein neuartiges Antriebs- und Regelungskonzept die geforderte Positioniergenauigkeit unter realen Lastwechseln erreicht – mit offenem Ausgang, gemessen an definierten Toleranz-Schwellenwerten.“

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Häufige Fragen: Forschungszulage für Maschinenbau & Ingenieurbüros

Welche FuE-Tätigkeiten im Maschinenbau sind förderfähig?

Förderfähig sind die prototypengestützte Entwicklung neuer Produkte oder Anlagen, Sondermaschinen mit echter technischer Unsicherheit, technische Weiterentwicklungen mit Risiko sowie Konstruktionsarbeiten zu Projektbeginn – jeweils bis zum Test des Prototyps.

Ist der Bau eines Prototyps förderfähig?

Ja, solange technische Unsicherheit besteht. Mit dem Test und der finalen Evaluierung des Prototyps endet jedoch die förderfähige FuE-Phase – alles danach (Serienhochlauf, Inbetriebnahme) ist nicht mehr förderfähig.

Zählt Sondermaschinenbau automatisch als Forschung?

Nein. Dass eine Maschine so noch nie gebaut wurde, ist per se nicht ausreichend. Entscheidend ist eine wissenschaftlich-technische Unwägbarkeit, die im Vorhaben aufzulösen ist.

Sind Inbetriebnahme und Wartung förderfähig?

Nein. Installation und Inbetriebnahme nach Herstelleranleitung sowie Wartung, Reparatur und Standardprüfungen gelten als Routine und sind nicht förderfähig.

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