Die meisten BSFZ-Ablehnungen haben wenige, wiederkehrende Ursachen. Fast immer liegt es an der Darstellung: Das Vorhaben wird wie ein Produkt oder ein Entwicklungsprojekt beschrieben statt wie Forschung. Wer die typischen Fehler kennt, vermeidet sie – und genau darauf zielt eine prüfleitfaden-konforme Antragsvorbereitung.
Die häufigsten Ablehnungsgründe
Produktbeschreibung statt Forschung
„Unser Produkt kann X, Y und Z“ klingt nach Vertrieb. Besser: die Wissenslücke und die Forschungsansätze zu ihrer Schließung beschreiben.
Neuartigkeit zu vage
„Neuartig ist der systematische Ansatz“ beschreibt Methodik, nicht Technik. Es muss klar werden, WAS neuartig ist und welchen technischen Nutzen es bringt.
Wirtschaftliches statt technisches Risiko
„Ob Kunden das kaufen“ ist kein FuE-Risiko. Nur wissenschaftlich-technische Unwägbarkeiten zählen – etwa „ob der Algorithmus unter diesen Bedingungen konvergiert“.
Routine-Tätigkeiten als Forschung deklariert
Testing, Debugging, Konfiguration, Portierung, Inbetriebnahme nach Anleitung oder Zertifizierung bestehender Produkte sind laut Prüfleitfaden nicht förderfähig.
Fehlender Zeitbezug bei der Neuartigkeit
Der Stand der Technik ändert sich. Ohne Jahresangabe („Marktanalyse 2022: …“) ist die Neuartigkeit nicht belegbar.
Zeichenlimits unterschätzt
Die Portalfelder sind knapp bemessen (z. B. 500 Zeichen für Neuartigkeit). Wer ohne Limit-Blick schreibt, verliert die stärksten Argumente.
Der rote Faden: Forschung nachweisen, nicht Produkte verkaufen
Die BSFZ prüft nach den Frascati-Kriterien. Entscheidend ist, dass Wissenslücke, technisches Risiko und Methodik klar erkennbar sind – und dass nicht förderfähige Routine sauber abgegrenzt wird. Welche Tätigkeiten in Ihrer Branche als förderfähig bzw. nicht förderfähig gelten, zeigen unsere Branchenseiten, etwa Maschinenbau oder Software & KI.
Mehr zur richtigen Formulierung: Forschungssprache statt Entwicklungssprache.
Häufige Fragen zu Ablehnungen
Was ist der häufigste Grund für eine BSFZ-Ablehnung?
Die Beschreibung liest sich wie eine Produkt- oder Projektbeschreibung statt wie Forschung. Wird die Wissenslücke nicht deutlich und fehlt das technisch-wissenschaftliche Risiko, fehlt der BSFZ der Anknüpfungspunkt für die Förderfähigkeit.
Was passiert nach einer Ablehnung?
Ist ein Kriterium eindeutig nicht erfüllt, erfolgt die Ablehnung ohne weitere Nachfrage. Es bleiben Widerspruch bzw. Klage. Deutlich besser ist es, den Erstantrag von Anfang an prüfleitfaden-konform aufzusetzen.
Kann ich eine Ablehnung durch eine Antragskontrolle vermeiden?
Oft ja. In der Antragskontrolle prüfen wir Ihren selbst erstellten Antrag auf Forschungssprache, Abgrenzung und Zeichenlimits – bevor er eingereicht wird.